Umgang mit alternden Eltern 

 In unserer Kindheit waren unsere Eltern für uns wie Götter, auf die wir uns stützen konnten: groß, mächtig und allwissend. Sie hatten eine unendliche Macht über uns. Als Jugendliche stellten wir diese Autorität zwar infrage. Aber die Eltern blieben prägende Bezugspersonen, deren Meinung zählte – selbst wenn wir dagegen protestierten.

Doch Eltern altern. Mit der Zeit verhalten sich die einst so starken Erwachsenen manchmal unverantwortlich: sind oft schlecht gelaunt, stellen hohe Forderungen, weigern sich, zum Arzt zu gehen – oder sie gehen zu häufig. Sie sind stur geworden. Vielleicht ärgerst Du dich über sie, fühlst Dich gleichzeitig aber auch hilflos? Du balancierst zwischen Schuldgefühlen, Wut und dem Wunsch, eine gute Tochter oder ein guter Sohn zu sein?

In der Beratung betrachten wir gemeinsam Deine Gefühle, Deine Kapazitäten und gegenseitige Erwartungen – sowohl Deine Erwartungen an sie als auch ihre an Dich. Wie eine Mutter einer meiner Klientinnen einmal sagte: „Ich habe Dich geboren, damit Du Dich im Alter um mich kümmerst. Es ist ja Gesetz.“ Solche Aussagen können Druck ausüben und Verzweiflung säen. Gemeinsam finden wir Wege, damit umzugehen und deine eigenen Grenzen zu respektieren.


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